Hierarchie und Organisation einer Legion zur Zeit des Principats (erste Lesung)

I

Legatus Legionis

Legionskommandant

II

Tribunus Laticlavius

Oberster Tribun

III

Praefectus Castrorum

Lagerpräfekt

IV

Tribunus Angusticlavius

5 Tribunen in der Legion

V

Primus Pilus

Höchster Centurio der 1 Cohorte

VI

Princeps Prior

Centurio der 2 Centurie

VII

Hastatus Prior

3 Centurie

VIII

Princeps Posterior

4 Centurie

IX

Hastatus Posterior

5 Centurie

X

Pilus Prior

Höchster Centurio der 2 – 10 Cohorte

XI

Princeps Prior

2 Centurie

XII

Hastatus Prior

3 Centurie

XIII

Pilus Posterior

4 Centurie

XIV

Princeps Posterior

5 Centurie

XV

Hastatus Posterior

6 Centurie

XVI

Aquilifer

Adlerträger der Legion

XVII

Signifer

Feldzeichenträger des Manipels

XVIII

Vexillarius

Standartenträger

XIX

Optio

Stellvertreter des Centurios

XX

Tesserarius

Wachhabender Unteroffizier der Centurie

XXI

Miles Gregarius

Legionssoldat

XXII

Tiro

Soldat in der Grundausbildung

XXIII

Probatus

Rekrut

 

Ränge I bis II

Diese sog. Senatorischen Ränge waren den Vertretern des Adels mit einem nachweisbaren Besitz in Höhe 1 Million Sesterzen vorbehalten.
Die Führung einer Legion stellte einen Teil der politischen Karriere auf dem Weg zum Konsuln dar.
Legat wurde ein Mann im Rang eines propretors, also ein Politiker der bereits mindestens 1 Jahr im Amt als Prätor im Senat diente.
Eine allgemein verbreitete Meinung, diese Männer waren unerfahren und militärisch nicht ausgebildet, ist falsch. Die römischen Eilten zu denen sie gehörten wurden schon in jungen Jahren im militärischem Geiste erzogen. Jedes Haus eines Patriziers verfügte über eine umfassende Bibliothek und private Lehrer, die ihnen Taktik und Kampftechniken, sowie die körperliche Ertüchtigung beibrachten. Die Praxis studierten sie als contubernales im Gefolge eines Feldherrn.
Der Legat unterstand dem Befehl des Provinzhalters der das Oberkommando über die, in seiner Provinz stationierten Truppen verfügte oder dem, mit der Führung einer Armee auf dem Feldzug anvertrauten Befehlshaber. Wie alle Senatoren war der Legat ein politischer Volontär und finanzierte seine Karriere selbst, ohne die Staatskasse zu belasten. Im Amt blieb er 2 bis 3 Jahre.
Der tribunus laticlavius als Stellvertreter des Legats war dagegen ein junger Mann in den Zwanzigern. Im Amt bleib er nur 1 Jahr und erreichte am Ende den Titel tribunus prolegato. Der höchste Tribun war gleichzeitig der unerfahrenste und jüngste Offizier.
Die militärischen und politischen Karrieren waren jedoch nicht von besonderen Fähigkeiten, Ausbildung, Erfahrung oder Mut auf dem Schlachtfeld abhängig. In erster Linie zählte die Geburt und Standeszugehörigkeit. Die gesellschaftliche Stellung der Familie war also entscheidend. In der Praxis galt, je höher das Amt am Beginn einer Laufbahn, desto besser waren die Chancen die angestrebte Spitze der Karriere zu erreichen.
 

Ränge III bis IV

„Die ritterlichen Ränge“ umfassten die Mitglieder des Adels (equites) mit einem Besitz von 400000 Sesterzen.
Sie gehörten zum Stab und hielten außer den militärischen auch organisatorische und juristische Aufgaben. Zur Unterstützung stand ihnen eine ganze Reihe an Büros und Einheiten, die mit den Verwaltungsaufgaben beschäftigt waren oder zur Ausführung von Sonderaufgaben abgestellt wurden.
Der Lagerpräfekt war für Befestigungen und Gebäude verantwortlich. Während des Marsches unterstand ihm der Tross und im Falle einer Belagerung und Krieges befehligte er die Artillerie und beaufsichtigte den Bau der Belagerungsmaschinen. In einigen Fällen konnten auch Centurionen diese Tätigkeit ausführen, wenn sie ihren Dienst als primipilii beendet haben. Möglicherweise konnten sie dadurch in den Stand der Ritter aufgenommen worden sein, wenn sie im Vorfeld über entsprechende Qualifikationen nicht verfügt haben. Im Normalfall ist aber der Lagerpräfekt analogisch zu den senatorischen Rängen als politischer Posten zu verstehen.
Die 5 tribuni angusticlavi befehligten je 2 Kohorten. Zudem unterstanden ihnen die Versorgung, die Standortabsicherung, die Straßenposten, die Kontrollpunkte, die Steuerbehörde und das Sanitätswesen.
Den Befehl über die Legionskavalerie hatte wahrscheinlich ein sechster Offizier (tribunus sextrementris), der nicht wie seine Kollegen 1 Jahr, sondern nur 6 Monate den Posten bekleidete, ausgeübt.
Bereits schon zum Ende der Republik stellte der Ritterstand Männer, die sich dem Militär und nicht der politischen Karriere, verpflichtet haben (viris militaris). Diese Gruppe stellte also Berufsoffiziere, die der Legion länger als nur die vorgeschriebene Amtszeit erhalten blieben.
Im 1. Jahrhundert nach Christus entstanden auch andere Posten oder Funktionen wie z.B der dux. Es handelt sich hier um einen besonders begabten und mutigen Mann, der keine adelige Abstammung vorweisen kann, jedoch ein hohes Ansehen genoss. Seine Funktion und Stellung sind jedoch unbekannt.

 

Ränge V bis XV

Mit den Centurionen, auch primi ordines genannt, beginnen die eigentlichen Berufsdienstgrade, die theoretisch jeder Soldat erreichen konnte. Für viele stellte der primus pilus den Höhepunkt einer militärischen Karriere dar.
Einige antike Autoren beschreiben die Gruppe der Zenturionen als das Rückgrat der Armee, die mit ihrer Erfahrung und Mut die höheren Dienstgrade übertreffen und allein über das Schlachtenglück entscheiden.
Es ist eher ein Mythos der gern die Vorliebe der Zeitgenossen für das Einfache und Volksnahe widerspiegelt. Tatsächlich mussten die Zenturionen über besondere Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen um ihren Aufgaben und Pflichten nachgehen zu können. Auch Mut gehörte dazu um in der ersten Schlachtlinie zu bestehen, jedoch wie bereits erwähnt, nicht diese Eigenschaften waren bei der Postenvergabe entscheidend.
Wie jede römische Karriere war auch die der Zenturionen von der Familie des Kandidaten abhängig. Somit war die Zugehörigkeit zum Ritterstand oder hoher gesellschaftlicher Status der Familie bei der Wahl eines Dienstgrades hilfreich. Auch Empfehlungsschreiben, alsbald vorhanden, spielten eine Rolle.
Die Legion verfügte über 59 Zenturionen. Einige Quellen nennen sogar 60 bis 63. Zu erklären wäre diese Zahlen mit Funktionsdiensten z.B.: im Stab oder anderen Bereichen, die nicht den Oberbefehl über eine Zenturie beinhalteten.
primus pilus befehligte die 1 Kohorte, die aus 5 Doppelzenturien bestand, war der Chef aller Zenturionen und nahm an den Beratungen des Stabs teil.
pilus prior befehligte jeweils eine Kohorte von 2 bis 10.
Die übrigen hielten den Befehl über ihre Zenturien wobei der hastatus posterior den niedrigsten Dienstgrad in dieser Gruppe darstellte.
 

Ränge XVI bis XVIII

Die Gruppe der Fahnenträger kann man in Feldzeichen unterteilen, die taktische und solche, die eine symbolische Bedeutung hatten.
So sind auch die Soldaten zu betrachten, die damit beauftragt wurden diese Standarten zu tragen.
Das wichtigste Zeichen der Legion war der Adler (aquila). Wahrscheinlich hatte der Adler keine taktische Bedeutung. Eingeführt durch den Konsuln Marius sollte er die staatliche Macht symbolisieren.
Der aquilifer rekrutierte sich aus den Reihen der veterani oder evocati. Er war ein Soldat, der mit dem Posten ausgezeichnet wurde, wahrscheinlich war er Jemand, der kurz vor seiner Entlassung stand und sich durch besondere Leistungen ausgezeichnet hat.
Das Gleiche gilt für den imaginifer, den Träger der Büste des amtierenden Kaisers. Es ist unklar, ob nur die aktuellen princeps als Büste in der Legion geführt wurden. Möglicherweise gab es mehrere sobald der ausscheidende „Erster Bürger“ in den Heiligenstatus erhoben wurde.
Der signifer dagegen stellt den Träger eines taktischen Zeichens dar, des signum.
Ein signum gab es pro manipel (2 Zenturien). Es ermöglichte unterstützt durch akustische Signale des Cornicens und Tubicens das manövrieren der Einheit in der Schlacht und beim Exerzieren. Der signifer war auch für die Auszahlung der Solde und die Führung von Konten der Soldaten verantwortlich. Er war Empfänger des doppelten Soldes (duplicarius) und gehörte zu der Gruppe der principales, in der römischen Armee bezeichnet man so Soldaten, die mit einer Befehlsgewalt ausgestatten waren.
Der Vexillarius ist genauso wie der Signifer zu betrachten, jedoch in seinem Fall ist die genaue Zuordnung schwieriger. Das vexillum war eine Standarte, die eine Einheit (vexillatio) kennzeichnete, die von der Legion abkommandiert wurde. Wahrscheinlich konnte das auch schon ein einfacher Straßenkontrollpunkt oder Außenposten gewesen sein.
Die Kavallerie führte an Stelle des signum ein vexillum, daher die Vermutung, dass auch bei der Infanterie, dieses Feldzeichen eine taktische Rolle übernehmen konnte, vielleicht sogar das Signum ganz ersetzen.
Mit dem Begriff „sub vexillum“, im Gegensatz zum normalen Dienst „sub signa“, bezeichnet man die zusätzlichen Dienstjahre der Veteranen. Möglicherweise kennzeichnete ein vexillum eine Einheit der Veteranen falls solche eigenständig organisiert war. Der Vexillarius war auch ein duplicarius und gehörte zu den principales. Sein zusätzlicher Aufgabenbereich ist unbekannt. Vielleicht konnte er den signifer vertreten, oder seine Aufgaben ganz übernehmen.
 

Ränge XIX bis XX

Auf der Ebene der Zenturie gab es Dienstgrade, die dem Centurio zur Verfügung standen.
Der optio war sein Stellvertreter, zuständig für Ausbildung der Soldaten und Befehlsübermittlung. Als principales empfing er den doppelten Sold.
Der tesserarius (Leiter der Wachstube), obwohl man auch ihn zu den principales zählt, bekam dagegen nur den anderthalbfachen Sold (sesquiplicarius). Seine Aufgaben waren die Einteilung der Wachen (vigiles) und die Ausgabe der Tagesparole (tessera).
Der Dienstgrad des optio war nicht nur innerhalb der Centurie vertreten. Auch im Stab, im Funktionsdienst, in Büros der Tribunen und Sanitätswesen waren optiones mit verschiedenen Aufgaben vertraut. Eine separate Gruppe bildeten die Optiones, die unmittelbar vor der Ernennung zum Centurio standen. So ein Soldat trug den Rang „optio ad spem“ und stand als Dienstgrad über den signifer.
 
 
Ränge XXI bis XXIII
 
Die Mannschaften waren keineswegs eine homogene Masse an Männern, die sich gegenüber gleichgestellt waren. Die Unterteilung ist etwas komplizierter und bedarf eines einzelnen Kapitels.
Der normale, gemeine Soldat (miles gregarius) konnte in mehreren Funktionsdiensten, verschiedene Dienstgrade und Titeln erreichen.
Der tiro war ein Soldat, der sich in der Grundausbildung befand, die in der Regel 3 Monate dauerte. Nach Ablauf dieser Zeit erfolgte der Schwur auf den Kaiser, die Vorgesetzten und die Legionsstandarten. Von da an, durfte sich der Neuling als vollwertiges Mitglied der römischen Armee fühlen. Bevor ein Rekrut eine Uniform bekam und zur Grundausbildung zugelassen wurde, musste er sich einer genauer Herkunfts- und Tauglichkeitsprüfung unterziehen, dem probatio. Als Kandidat (probatus) wartete er auf die Entscheidung der Kommission, die durch ihn gemachte Angaben zu Person, Herkunft und sozialen Status überprüft hat. Dieses Verfahren konnte mehrere Monate in Anspruch nehmen. Nach der erfolgreich abgeschlossenen Musterung erhielt der nun gewordene tiro eine Prämie (viactium).
 
Organisation der Unteroffiziere und Mannschaften
Keine andere Gruppe ist so zahlreich wie die der Mannschaften. In der römischen Armee hatten die Soldaten gleich mehrere Aufstiegs und Spezialisierungsmöglichkeiten, die nicht nur einen höheren Sold und militärische Ehren bedeuteten, aber auch einen sozialen Aufstieg außerhalb der Armee mit sich nachzogen, wobei Armeeangehörige allgemein ein hohes Ansehen genossen. Der Dienst in der Legion war somit ein soziales Sprungbrett, nicht nur für die politischen Karrieren des Adels, sondern auch für den gemeinen Bürger, der mit dem Tag seiner Entlassung eine Rente und oft Eigenland bekam. Die Männer bildeten auch die Avantgarde der römischen Kolonialmacht in den Provinzen und bekleideten Ämter in der örtlichen Administration.
In Einzelnfällen konnte der Dienst an der Waffe in Folge einer Beförderung sogar zum Erhalt eines Adelstitels führen und damit, bedingt durch den Wechsel des Standes, eine politische Karriere ermöglichen.
Die Armee entwickelte teilweise komplizierte Schutzmechanismen und bürokratische Hindernisse um die Unterwanderung durch nichtrömische Bürger und gesellschaftlich fragliche Elemente zu verhindern. Somit war der Zugang zur Legion neben Vorbestraften auch den wenig, nach römischem Kodex, geachteten Berufsgruppen untersagt. Dazu zählten Metzger, Frisöre, Schauspieler und Spielleute. Für nichtrömische Bürger war der Dienst in den auxilliarcohorten möglich, wo eine 25 jährige Dienstzeit mit dem Erhalt der Bürgerrechte für die ganze Familie und Nachkommen endete. Natürlich zählte man Freigelassene und Sklaven auch zu der nicht diensttauglichen Bevölkerungsgruppe.
 
Die Legion kann man nach modernen Maßstäben in 3 Haupteinheitstypen unterteilen.
Die Infanterie (antesignani, postsignani) Die Artillerie (balistarii) Die Kavallerie (equites)
Die schwere Infanterie wurde aufgeteilt in Soldaten die vor und hinter den Standarten (signa) kämpften. Die antesignani und die postsignani. Vermutlich stellten die ersten eine Art Leibwache der signa dar und hielten sich während der Schlacht in der Nähe der Feldzeichen auf um sie notfalls zu schützen. Die Anzahl der antesignani war demnach wesentlich kleiner als die der postsignani, also Soldaten, die in der Formation hinter den Feldzeichen standen. Weiter teilte man die Soldaten in immunis und munifex, wobei die immunis sich in principalis und simplaris unterteilten.
Die Gruppe der immunis bildeten alle Soldaten bis zum Rang des Centurios, die vom einfachen Dienst (munera) auf Grund ihrer Funktion oder Dienstjahre befreit waren.
Die principalis stellten eine Gruppe der Befehlshaber (Offiziere, Unteroffiziere), die meist den doppelten oder anderthalben Sold eines einfachen Soldaten bezogen.
Die immunis simplaris waren dagegen Soldaten, die zwar von der munera befreit waren, aber keinen höheren Sold bekamen.
Die munifex bildeten die größte Gruppe in der Legion. Auch hier konnten die Soldaten Funktionsdienst leisten, genossen aber keine Begünstigungen und konnten beliebig eingeteilt werden.
Innerhalb der Legion operierten zusätzlich einige Einheiten, die den Tribunen untergeordnet waren und zu Speziallaufgaben herangezogen werden konnten.
Evocatii bildeten eine separate Einheit von Soldaten, die den Weg aus dem Zivilleben nochmals zu der Legion fanden. Sie galten als loyal und erfahren. Eine große Anzahl an Centurionen rekrutierte sich aus ihren Reihen.
Beneficarii standen den Tribunen zur Verfügung. Der Dienst galt unter den übrigen Soldaten als Beförderung. Diese Spezialeinheit war zuständig für die Aufstellung von Straßenposten ausgestattet mit besonderen Befugnissen. Sie waren auch befugt polizeiliche Aufgaben im zivilen Bereich auszuüben.
Frumentarii waren eigentlich Soldaten, die mit der Getreideversorgung beauftragt waren. Tatsächlich wurden sie jedoch in den Legionslisten nur geführt, ihr Hauptquartier befand sich aber in Rom von wo sie in den modernen Sinn geheimdienstähnliche Aufgaben bekamen. Neben den speculatores, die für die Legion im Auftrag des Legaten oder der Tribunen unterwegs waren, sammelten sie Informationen und erfüllten Aufträge für die politischen Führer Roms.
Die Offiziere und Unteroffiziere fungierten nicht nur als Befehlshaber sondern auch als Ausbilder(dicens). Deren Aufgaben waren Ausbildung an der Waffen, Formaldienst, Formationsdrill usw.
Überliefert sind dazu folgende Funktionen:
campidoctor
magister
campi
optio
campi
doctor
armorum
exercitator
 
Liste möglicher Dienstgrade und Funktionen für Offiziere und Mannschaften:
 
 

Verwaltung

Versorgung

Sanitätswesen

Pioniere/Bauwesen

Religion

Polizei/Steuerwesen

cornicularius – Leiter der Schreibstube (officium).

questor – Kassenführer der Legion. Zuständig für alle Ein -und  Ausgaben. Auch der Verkauf von Sklaven (Gefangenen) unterstand seiner Aufsicht.

ordinarius – auch Bezeichnung für Centurio. Im Sanitätswesen der Rang eines leitenden Arztes.

metator – Vermessungsingenieur.
Gehörte zur Vorhut, die geeignete Plätze zum Bau eines Lagers zu erkunden hatte, andere Zuständigkeitsbereiche im Bauwesen.

haruspex –
Priester, lass aus der Leber und anderen Eingeweiden die Zukunft, Weissager.

questionarius –
Soldat, der Verhöre und Folterungen durchgeführt hat.
Vielleicht auch teilweise ein Ermittler, der mit der Aufklärung der Vergehen im Militärbereich betraut war.

librarius – Schreiber, konnte auch Sonderaufgaben als Buchhalter oder im Rechnungswesen erfüllen.

cibariator – zuständig für die Bestimmung und Verteilung der Lebensmittel an die Truppenteile.

miles medicus – Arzt, Stabsarzt. Eingesetzt meist im Truppenlazarett (valentudinarium).

mensor – ähnlich wie metator, Fachmann im Bereich der Vermessung und Planung.

victimarius – Opferdiener.

stator –  wahrscheinlich ein Soldat, der Steuereintreibungen im zivilen Bereich durchführte. Vielleicht ein Feldjäger ungeklärter Provenienz.

actuarius – weiterer Büroangestellter. Möglicherweise für das Archiv zuständig.

frumentarius-
Soldat zuständig, beauftragt mit der Getreidebeschaffung und Lagerung. (siehe Erläuterung oben).

capsarius – Sanitäter, sowohl im Lazarett als auch bei der Truppe eingesetzt. Sicherte die Erstversorgung.

architectus – Architekt, zuständig für Gebäudeplanung und Bauaufsicht.

pullarius – Hühnerwärter,  Weissager.

stationarius – Soldat, der im modernen Sinne Polizeiaufgaben übernahm. Diese Soldaten waren außerhalb der castra stationiert um die Bürgernähe zu demonstrieren.

abularius*

dispensator – verteilte die Lebensmittel an die Einheiten.

animantium tutela
Tierpfleger

 

 

burgarius – Soldat einer befestigten Anlage. Damit sind meist die Signal- und Kontrolltürme gemeint.

dispensator*

mensor frumenti – siehe frumentarius. Mögliche Sonderaufgaben, Zuständigkeitsfelder.

pequarius/ veterinarius – Tierarzt, Verwalter des Viehbestandes.

 

 

beneficarius

vicarius*

venator – Tierfänger, Jäger.

mulio – Tierpfleger, zuständig für Transport- und Lasttiere.

 

 

 

 

carrariarus – Wagen- und Stellmacher.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Sklavenhändler der Armee

Schon als Rom noch eine Republik war, wurde die Stadt in Folge der zahlreichen Kriege mit Unmengen an zu Sklaven erklärten Kriegsgefangenen regelrecht „überschwemmt“. Diese Kriegsgefangenen mussten möglichst schnell verkauft werden, damit sie der Armee nicht zur Last fallen konnten. Der Verkauf wurde deshalb bürokratisiert und unterlag einem Questor. An ihn wandten sich die Großhändler, die bei ihm Sklaven in großen Mengen für Märkte in römischen Städten kauften und den Transport organisierten. Diese Sklavengroßhändler nannte man Mangones.